Ein Kommentar von Robert Weberstetter
26.09.2007- Es ist selten, dass eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme dieser Größenordnung geplant wird: 1500 Menschen will das Europäische Parlament in Lohn und Brot bringen. Ihre Aufgabe wird kontrollieren und überwachen sein.
Was für eine Arbeitsagentur vielleicht eine höchst löbliche Maßnahme wäre, hat hier einen bitteren Beigeschmack. Diese neue Mammutbehörde, die natürlich wieder der Steuerzahler finanzieren darf, soll die neuen gesetzlichen Bestimmungen zu CSR überwachen. Wehe dem Unternehmer, der seinen Fuhrpark nicht den örtlichen Vereinen zur Verfügung stellt und keinen ökologisch korrekten Blumenkübel vor seinem Gebäude stehen hat.
Jeder, der sich dadurch ungerecht behandelt fühlt und jeder, der vermutet, CSR-Ziele würden nicht eingehalten und sich dadurch verletzt fühlt, darf klagen.
Was muten diese EU-Parlamentarier dem Mittelstand eigentlich noch zu? Erst das Anti-Diskriminierungsgesetz, das dann in das Allgemeine Gleichstellungsgesetz gewandelt wurde, ohne wirklich besser zu sein und jetzt dieses Zwangs-CSR. Auch hier dürfte eine enorme ungerechtfertigte Klageflut zu erwarten sein.
Der Mittelstand hat schon immer auf die sozialen und ökologischen Belange seiner Umgebung geachtet, denn die Menschen, die in mittelständischen Betrieben arbeiten, kommen aus der Umgebung und sind meistens auch stolz auf "ihren" Betrieb.
Das aber scheint ein abgehobener Teil des EU-Parlaments nicht zu sehen. Auch nicht, dass durch solche Gesetze der Mittelstand noch mehr in seinem unternehmerischen Handeln beeinträchtigt wird.
Wohin soll das führen? In eine sozialistische Planwirtschaft? In die Übernahme mittelständischer Betriebe durch Parlamentarier?
Das letztere ist sicher nicht geplant, denn das bedeutet schon von sich aus ein Selbstverständnis an Verantwortung für Mensch und Umwelt, vorausschauende, eigenverantwortliche Planung und Durchführung Wachstums- und Gewinn fördernder Maßnahmen. Maßnahmen, die jeden Tag aufs Neue notwendig sind, um die neue "Arbeitsagentur in Brüssel" bezahlen zu können.
Fazit: Wir benötigen kein Zwangs-CSR, wir brauchen Freiheit im Denken und Handeln!
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