- Deutschland erwartet eine rezessive Phase
Ein Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Peter Meinzer
14.08.2008 - Die außerordentlich positive Konjunktur der letzten Jahre ist fast ausschließlich dem Export zu verdanken, Deutschland ist Export-Weltmeister. Jetzt, nachdem die Export-Konjunktur beginnt sich einzutrüben, werden die fehlerhaften Entscheidungen der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik erkennbar. Die Steigung von Steuern und Abgaben auf direktem und indirektem Wege haben die Kaufkraft in weiten Bevölkerungskreisen sinken lassen. Dazu kommen noch die extrem gestiegenen Energiepreise, die selbst durch exorbitante Forderungen der Gewerkschaften bzw. Lohnabschlüsse dank der kalten Progression und gestiegenen Abgaben den Arbeitnehmern nicht genug Netto übrig lassen.
Der Konsum kann als Stütze der Konjunktur nicht dienen. Die Entwicklung offenbart nunmehr den Irrglauben einiger Politiker, man könne den Bürgern unendlich in die Tasche greifen, ohne dass es wirtschaftliche Auswirkungen hätte.
Frau Merkel als Bundeskanzlerin gibt die Direktiven der Politik. Offensichtlich hat sie die Notwendigkeit bis heute nicht erkannt oder ist wahrscheinlich schlecht beraten, dass den Bürgern etwas von den außerplanmäßig eingenommenen Steuern zurückgegeben werden muss.
Es ist erfreulich, dass das Bundesland Bayern das Problem erkannt hat und der Ministerpräsident aus Nordrhein-Westfalen, Hr. Rüttgers, der Grundidee, den Bürger zu entlasten, näher tritt.
Die Mittelstandsvereinigung hat frühzeitig auf Mängel in der Wirtschafts- und Finanzpolitik hingewiesen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die tatsächlichen Konsequenzen scheinbarer „Erfolge“ der bisherigen Wirtschafts- und Finanzpolitik überall zutage treten werden.
Mit kluger Voraussicht wäre eine harte Landung des Konjunkturflugzeugs vermieden worden. Diese Voraussicht scheint es jedoch nur in Bayern und Nordrhein-Westfalen zu geben und Frau Merkel wird sich fragen lassen müssen, ob ihr kontinuierliches NEINSAGEN zur steuerlichen Entlastung der Bürger richtig war. |